Nomos Verlag Dissertation Kostenlose

Re: Verlagssuche Jura Kostenanfrage

Beitragvon Christian » 07.04.2009, 14:14

Die Kosten fallen abhängig vom Verlag, seiner Reputation usw. natürlich unterschiedlich aus.

Wenn Du als Juristin bei einem der einschlägigen größeren Verlage mit guter Reputation (etwa Beck, Nomos, Boorberg, Erich Schmidt, Peter Lang usw.) veröffentlichen möchtest, musst Du mit entsprechenden Kosten rechnen. Ich hörte von 10-15 € pro Druckseite, kann das allerdings aus eigener Erfahrung nicht bestätigen.
Alternativ kannst Du bei einem der Fachverlage publizieren, die sich auf das Veröffentlichen von Dissertationen spezialisiert haben. Die Kosten fallen hier regelmäßig deutlich geringer aus. Allerdings stehen einige (wenn nicht alle) der Verlage in dem Ruf, unabhängig von der Note praktisch alles zu drucken, was irgendwie zu Papier gebracht wurde.
Anders die großen Verlage, die regelmäßig nur mit "sehr gut" bewertete Arbeiten veröffentlichen. Dementsprechend hatte ich einmal unter Angabe von Thema und Bewertung bei Nomos angefragt, aber bis heute keine Antwort erhalten. Finde ich etwas seltsam, denn auch ohne weiteres Interesse hätten die ja zumindest einmal absagen können...

Gerne übersehen werden kleinere, aber durchaus angesehene Verlage, wie z. B. der Forum Verlag, Godesberg. Dort werden viele Schriftenreihen herausgegeben und wenn es inhaltlich passt, könntest Du auch dort einmal nachfragen.

An Deiner Stelle würde ich für mich erstmal klären, ob es überhaupt ein großer Verlag mit entsprechendem Namen sein muss. Eine Kollegin an der Uni meinte nur, man solle das nicht überbewerten - auch dann nicht, wenn man eine Hochschulkarriere anstrebt.

Wenn es auf den Verlag nicht weiter ankommt, würde ich überlegen, wie viel Geld ich anlegen möchte bzw. kann und wo das Buch dann am besten aufgehoben wäre (passende Schriftenreihen usw.). Mit einem Verlustgeschäft muss man so oder so rechnen, aber der Verlust lässt sich ja in Grenzen halten...

Viel Erfolg!

Die Nomos Verlagsgesellschaft in Baden-Baden

Der Nomos Verlag besteht unter diesem Namen seit 1964. Er gehört zu den führenden Wissenschaftsverlagen in den Rechts-, Sozial- und Geisteswissenschaften im deutschen Sprachraum. Im Verlag erscheinen jährlich mehr als 850 Bücher und über 50 Fachzeitschriften. Fast das gesamte Verlagsprogramm ist auch elektronisch verfügbar. Seit 2002 ist Nomos Teil der Beck-Gruppe, in der Programmentwicklung jedoch von den anderen Verlagen der Gruppe unabhängig. Es bestehen enge Kooperationsbeziehungen zu Partnerverlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Großbritannien und anderen Ländern. Im Jahre 2009 wurde der Verlag Reinhard Fischer übernommen. Seit 2015 gehört die Edition Sigma zu Nomos, seit 2017 auch der Tectum Verlag.

Die Entwicklung des Verlags

Vorgeschichte

Nomos ist aus dem seit 1953 in Baden-Baden ansässigen August Lutzeyer Verlag hervorgegangen. Dieser hatte sich in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg als juristischer Fachverlag mit dem besonderen Schwerpunkt der Textausgaben in Loseblattform etabliert. Zentrale Bedeutung kam dabei der Sammlung „Das deutsche Bundesrecht“ zu. Seit Verabschiedung der Römischen Verträge im Jahr 1957 wurden auch die europäischen Rechtsvorschriften dokumentiert.

1963 wurde der August Lutzeyer Verlag von den Gesellschaftern des Suhrkamp Verlages Siegfried Unseld und den Schweizer Brüdern Reinhardt gekauft. Diese waren nach der kurz zuvor erfolgten Übernahme des Insel Verlages durch Suhrkamp an der zum Verlag gehörenden, auf den Dünndruck auch kleiner Auflagen spezialisierten Druckerei interessiert, sahen den aufstrebenden Wissenschaftsverlag aber auch als gute Kapitalanlage.

Nomos als Teil von Suhrkamp

Etwa ein Jahr nach der Übernahme erfolgte die Umbenennung in Nomos Verlag. Der Verlagsname leitet sich vom altgriechischen Begriff für „Gesetz“ (νόμος) ab. In der Loseblattsammlung „Das deutsche Bundesrecht“ und anderen Textsammlungen wie dem „Handbuch des Europäischen Rechts“ fanden sich jedoch von Anfang an auch zahlreiche Erläuterungen, aus denen der Verlag allmählich ein breites Programm von Kommentaren und Handbüchern aufbaute. Zugleich entwickelte sich ein umfangreiches Wissenschaftsprogramm aus Dissertationen, Habilitationen und anderen Monographien sowie Sammelbänden.

Besondere Themenschwerpunkte lagen zunächst im Öffentlichen Recht und dem Europa- und Völkerrecht auf der einen Seite sowie der Regierungslehre, der Europapolitik und den Internationalen Beziehungen auf der anderen Seite. Nach und nach kamen weitere Fachgebiete hinzu. Bis zur Jahrtausendwende hatte sich Nomos als einer der führenden wissenschaftlichen Fachverlage im Bereich der Rechts- und Sozialwissenschaften etabliert.

Die Übernahme durch Beck

Ende der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts entschlossen sich die damaligen Gesellschafter (wohl auch angesichts einer Reform des Erbschaftsteuerrechts), den Nomos Verlag zu veräußern. 1998 wurde Nomos zunächst an den (wissenschaftlichen) Springer Verlag verkauft. Kurz darauf wurde Springer seinerseits von Bertelsmann übernommen – und Bertelsmann veräußerte Nomos umgehend an die Gesellschafter des Münchener C.H.Beck Verlages, Hans-Dieter und Wolfgang Beck. Diese sind bis heute Eigentümer des Verlages und der modernen Druckerei. Geschäftsführer sind Alfred Hoffmann und Wolfgang Bonin.

Programmschwerpunkte

Nomos ist einer der wenigen Verlage mit einem „Vollspartenprogramm“, das die disziplinübergreifende Darstellung aktueller Themen ermöglicht. Im Verlag erscheinen jedes Jahr mehr als 850 Bücher. Das Programm reicht von der klassischen Wissenschaftsliteratur über Handbücher und Kommentare bis zur Studienliteratur.

Wissenschaftsliteratur
Der verlegerische Schwerpunkt liegt heute bei der Veröffentlichung herausragender wissenschaftlicher Arbeiten aus den Bereichen der Rechts-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Diese Werke machen mit fast 700 Neuerscheinungen pro Jahr auch zahlenmäßig den größten Anteil des Verlagsprogramms aus. Das Wissenschaftsprogramm gliedert sich in mehr als 330 aktive Schriftenreihen. Dabei wird die Rechtswissenschaft vollständig abgedeckt, einschließlich der Grundlagenfächer, der Rechtsvergleichung und den Bezügen zu Nachbardisziplinen. In den Sozial- und Geisteswissenschaften liegen die Programmschwerpunkte in der Politik- und Europawissenschaft, der Soziologie und der Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie in den klassischen Wirtschaftswissenschaften, aber auch bei der Sozialen Arbeit und der Sozialwirtschaft. In den letzten Jahren wurden weitere Programmbereiche deutlich ausgebaut: Zu nennen sind etwa die Neuere Geschichte, Gesundheit, Kulturwissenschaft, Philosophie und Religionswissenschaft.

Neben Qualifikationsschriften und anderen Monographien sowie Sammelbänden zu Einzelthemen tritt eine Vielzahl von wissenschaftlich fundierten Handbüchern, die sich sowohl an Studierende, Forschende und Lehrende richten, als auch an Praktiker in Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden etc.

Beim Vertrieb von Werken mit internationalem Bezug arbeitet Nomos häufig mit Partnerverlagen aus Österreich und der Schweiz, aber auch aus anderen europäischen Ländern zusammen. Dies gilt insbesondere für den stetig wachsenden Anteil wissenschaftlicher Arbeiten in englischer Sprache. Hier kooperiert Nomos eng mit führenden britischen Wissenschaftsverlagen.

Juristische Praktikerliteratur
Aus der juristischen Textdokumentation ist ein umfassendes Buchprogramm für juristische Praktiker hervorgegangen. Das Angebot an Kommentaren, Handbüchern, Formularwerken und Einzeldarstellungen zu praktisch relevanten Themen wurde seit dem Jahr 2000 deutlich ausgebaut und erfasst heute das gesamte Bundesrecht, erhebliche Teile des Landesrechts sowie das Recht der Europäischen Union und das Internationale Recht. Das juristische Praktikerprogramm gliedert sich wiederum in mehrere Reihen: Zu nennen sind hier etwa die großen, teils mehrbändigen NomosKommentare, die kompakteren Handkommentare sowie – vor allem für das Sozialrecht – die Lehr- und Praxiskommentare. Daneben stehen Solitäre wie der „von der Groeben“ zum Recht der Europäischen Union und völlig neue Formate wie die Stichwortkommentare oder die Kommentierten Prozessformulare. Hinzu kommen Handbücher, Formularbücher und kürzere Einführungswerke.

Seit 2010 publiziert Nomos gemeinsam mit dem Schwesterverlag C.H. Beck und dem englischen Verlag Hart Publishing eine Vielzahl englischsprachiger Kommentare und Handbücher zu ausgewählten Themen des europäischen und internationalen Rechts.

Studienliteratur
In den Jahren ab 2008 ist im Nomos Verlag ein breites Angebot an juristischer Studienliteratur entstanden. Neben den Hauptreihen Nomos Lehrbuch, Nomos Studium und Nomos Referendariat finden sich Studienbücher und Kompendien zum Landesrecht, sowie zahlreiche Einführungen in juristische Themen für Nicht-Juristen.

Im Bereich der Sozialwissenschaften sind die „Studienkurse“ zu Politikwissenschaft, Soziologie und Sozialer Arbeit ebenso zu erwähnen, wie eine Vielzahl weiterer Lehrbücher zu den verschiedensten Themen des Programmspektrums.

Ein großer Teil des sozialwissenschaftlichen Lehrbuchprogramms und weitere juristische Lehrbücher wurden von 2010 bis 2016 über die Vertriebsgemeinschaft utb abgewickelt, der Nomos angehörte.

Fachzeitschriften

Bei Nomos erscheinen über 50 Fachzeitschriften: Das Angebot erstreckt sich über alle Programmbereiche und von Zeitschriften für Praktiker bis zu hochspezialisierten Wissenschaftszeitschriften. Viele der Zeitschriften sind in ihrem Fachgebiet führend (z.B. die Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht – ZUM, die Zeitschrift für Umweltrecht – ZUR, die Zeitschrift Medien & Kommunikation – M&K, die Blätter der Wohlfahrtspflege, die Politische Vierteljahresschrift – PVS oder die Soziale Welt). Besonders zu erwähnen sind aber auch zahlreiche inter- und intradisziplinären Zeitschriften, wie der „Leviathan“, die „Kritische Justiz“ oder die „Rechtswissenschaft“.

Elektronische Veröffentlichungen

Nahezu das gesamte Verlagsprogramm ist auch elektronisch verfügbar. Bücher und Zeitschriften, die sich in erster Linie an juristische Praktiker richten, werden über die Datenbank NomosOnline publiziert. Hier findet sich mittlerweile mit dem Modul KiJuP-Online ein Angebot, das gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht – DIJuF entwickelt wurde. Weitere Kooperationsmodule sollen folgen.

Das Wissenschaftsprogramm, die Lehrbücher sowie englischsprachige Kommentare sind über die verlagseigene Plattform Nomos eLibrary zugänglich. Diese zweisprachige Plattform, die in erster Linie auf die Bedürfnisse wissenschaftlicher Bibliotheken und ihrer Nutzer ausgerichtet ist, wird mittlerweile auch von anderen Fachverlagen genutzt, z.B. von Vahlen oder C.H. Beck.

 

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